Peter_Sloterdijk
Critique of Cynical Reason
Douban
Peter Sloterdijk translator: Michael Eldred publishing house: University of Minnesota Press 1988
A philosophical treatise which finds cynicism the dominant mode in contemporary culture. In 1983, two centuries after the publication of Kant’s Critique of Pure Reason, another philosophical treatise—polemical in nature, with a title that consciously and disrespectfully alludes to the earlier work—appeared in West Germany. Peter Sloterdijk’s Critique of Cynical Reason stirred both critical acclaim and consternation and attracted a wide readership, especially among those who had come of age in the 1960’s. Sloterdijk’s finds cynicism the dominant mode in contemporary culture, in personal institutional settings; his book is less a history of the impulse than an investigation of its role in the postmodern 1970s and 1980s, among those whose earlier hopes for social change had crumbled and faded away. Sloterdijk thus brings into cultural and political discourse an issue which, though central to the mood of a generation, has remained submerged throughout the current debate about modernity and postmodernity. With Adorno and Horkeimer’s Dialectic of Enlightenment as his primary jumping-off point, Sloterdijk also draws upon, and contends with, the poststructuralist concepts of Deleuze and Guattari. He defines cynicism as enlightened false consciousness—a sensibility “well off and miserable at the same time,” able to function in the workaday world yet assailed by doubt and paralysis; and, as counterstrategy, proposes the cynicism of antiquity—the sensuality and loud, satiric laughter of Diogenes. Above all, Sloterdijk is determined to resist the amnesia inherent in cynicism. The twentieth-century German historical experience lies behind his work, which closes with a brilliant essay on the Weimar Republic—the fourteen years between a lost war and Hitler’s ascent to power, and a time when the cynical mode first achieved cultural dominance.
Kritik der zynischen Vernunft
Douban
Peter Sloterdijk publishing house: Suhrkamp Verlag 1983 - 3
200 Jahre nach dem Erscheinen von Kants Kritik der reinen Vernunft sieht sich jede Kritik, die Aufklärung in der Gegenwart einlösen will, mit einer neuen Form des falschen Bewußtseins konfrontiert. Dieses falsche Bewußtsein beruht weder auf Lüge noch auf Irrtum, es ist auch nicht durch die auf eine "Kritik der politischen Ökonomie" gestützte Ideologiekritik aufzulösen. "Zynismus ist das aufgeklärte falsche Bewußtsein. Es ist das modernisierte unglückliche Bewußtsein, an dem Aufklärung zugleich erfolgreich und vergeblich gearbeitet hat. Es hat seine Aufklärung gelernt, aber nicht vollzogen und wohl nicht vollziehen können. Gutsituiert und miserabel zugleich fühlt sich dieses Bewußtsein von keiner Ideologiekritik mehr betroffen, da seine Falschheit bereits reflexiv gefedert ist." Den Gehalt dieses selbst zynischen Satzes sucht der vorliegende Essay zu entwickeln, in einer Form, die sich der Verfahrensweisen des antiken Kynismus bedient: des Lachens, der Beschimpfung, der Angriffe. Aufgezeigt wird - in einem einleitenden Abschnitt - wie die verschiedenen Strategien aufklärerischer Kritik von den jeweiligen Gegenmächten umgebogen wurden und schließlich in unserem Jahrhundert in den modernen Zynismus münden. "Der zynische Herr lüpft die Maske ein wenig, zumal man ohnedies versucht, sie ihm herunterzureißen, lächelt seinen schwächeren Gegenspieler an - und unterdrückt ihn doch. Sachzwang, Machtzwang! Wissen ist Macht, auch so. Die Vormacht lüftet in ihren Zynismen ein wenig ihre Geheimnisse, treibt sozusagen ein bißchen Selbstaufklärung und >plaudert aus der Schule<." Die verschiedenen Ausprägungen dieses Zynismus läßt Sloterdijk in einem zweiten Abschnitt Revue passieren. Im letzten Teil seiner Untersuchung analysiert der Autor eine Epoche, in der der moderne Zynismus das politische und kulturelle Bewußtsein zum ersten Mal deutlich prägte: die Weimarer Republik, deren erstes Erbe der Faschismus und dessen zweiter Sproß unsere Zeit ist.