Lynea Lattanzio und das Cat House on the Kings
Lynea Lattanzio und das Cat House on the Kings
Stell dir ein Gelände am Fluss vor, auf dem hunderte Katzen ohne Käfige leben: auf Sofas, unter Bäumen, in Gärten und auf Wiesen. Genau das hat Lynea Lattanzio in Parlier in Kalifornien aufgebaut. Und angefangen hat alles mit dem Wunsch nach Ruhe. 🐱
Wie alles anfing
1992 zog Lynea Lattanzio in ein abgelegenes Haus am Kings River. Nach einer Scheidung wollte sie sich zurückziehen und möglichst wenig Kontakt zur Außenwelt haben. Dann suchte sie für ihren Vater Kätzchen und half dabei verwaisten Tieren. Es sprach sich herum, und es wurden immer mehr. Schon im ersten Jahr rettete und vermittelte sie 96 Katzen.
Das Grundstück hatte zunächst sechs Acres. Durch eine Erbschaft wurde es verdoppelt, heute sind es 12 Acres, also knapp 5 Hektar am Ufer des Kings River. Der Weg hinunter zum Fluss, der „River Walk“, gehört zum Rundgang dazu.
Ein Heim ohne Käfige
Im Cat House on the Kings gibt es keine Zwinger. Die Katzen bewegen sich frei zwischen Häusern, Bäumen und Außenbereichen und können durch Katzentüren ins Haus. Ein katzensicherer Zaun hält Raubtiere draußen, und laut einem Bericht ist noch nie eine Katze vom Gelände entkommen.
Je nach Bericht leben dort bis zu etwa 1.000 Katzen gleichzeitig. 2010 waren es über 700 erwachsene Katzen und 100 Kätzchen. Dazu kamen Hunde, Ziegen und Pfauen. Pro Woche gehen etwa 1.000 Dosen Katzenfutter weg.
Nach der Berichterstattung von CBS ist es vermutlich die größte käfigfreie Einrichtung für Katzen in den USA. Das ist eine Einschätzung und keine amtliche Zahl, aber sie zeigt die Größenordnung.
Wie viele Katzen wurden gerettet?
Die Angaben gehen je nach Quelle und Jahr auseinander. 2010 war von über 18.000 geretteten Katzen die Rede, 2016 schätzte CBS etwa 24.000. Dazu kamen über 6.000 Hunde und mehr als 60.000 Kastrationen. Sicher ist: Es sind weit mehr als zehntausend Katzen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.
Auch für die, die niemand will
Im Alltag fahren Lynea und ihr Team regelmäßig zu Tierheimen in der Umgebung und holen Katzen von dort. Der Grund: Viele Tierheime in der Nähe schläfern Katzen ein, die nicht vermittelt werden. Wer krank, alt oder behindert ist, hat anderswo kaum eine Chance. Im Cat House darf so eine Katze bleiben und bis zum Lebensende dort leben.
Alles für die Katzen
Für ihr Projekt hat Lynea Lattanzio ihr gesamtes Altersvorsorgegeld eingesetzt. Als es immer mehr verwilderte und ausgesetzte Katzen wurden, zog sie aus dem Haus in einen Wohnwagen auf dem Grundstück, damit die Katzen mehr Platz haben. Staatliche Mittel gibt es nicht. Das Projekt lebt von Spenden, von Freiwilligen, von Tierärzten, die kastrieren, und von Menschen, die sich für die Geschichte begeistern. Ein Video auf YouTube, das viel angeschaut wurde, hat dem Heim einmal richtig geholfen.
Zu Besuch bei den Katzen
An Adoptionstagen können Interessierte mit den Katzen kuscheln. Wer vorbeikommen möchte, sollte sich vorher bei der Einrichtung melden, denn Besuche liefen laut einem älteren Bericht nur nach Terminvereinbarung. Die Angaben können sich geändert haben.
Was bleibt
Lynea Lattanzio wollte eigentlich nur ihre Ruhe haben und hat stattdessen einen der bekanntesten Orte im Katzenschutz geschaffen. Ihr Beispiel zeigt, was ein einzelner Mensch mit Ausdauer und Herz bewegen kann, auch wenn der Anfang ganz klein war. 🐾
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